SIBIRIEN-PROJEKT
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INTERNATIONALER KULTURELLER AUSTAUSCH
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Presse

Badische Zeitung

Fasziniert vom „wilden Osten"
Reisegruppe vertieft Freundschaft zu Menschen im sibirischen Abakan  Überwältigende Gastfreundschaft, grandiose Landschaft
Von unserem Mitarbeiter Dieter Erggelet- 31. 8. 2004


KREIS EMMENDINGEN. Die überwältigende Gastfreundschaft der Menschen im sibirischen Abakan hat bei einer 18-köpfige Reisegruppe den nachhaltigsten Reiseeindruck hinterlassen. Die Gruppe besuchte den „wilden Osten" der GUS-Staaten.
„Innerhalb weniger Stunden waren wir Familienmitglieder", erzählt der Freiämter Lehrer Jürgen Rupp. Er hatte die Reise organisiert, die ohne öffentliche Zuschüsse zustande kam. Seit über zwölf Jahren bestehen zwischen Biederbach und Freiamt sowie dem 6500 Kilometer entfernten Abakan, der Hauptstadt der eigenständigen Republik Chakassien (160000 Einwohner) Verbindungen. Diese drücken sich in Brieffreundschaften und Besuchen aus. Abakan liegt zwischen Nowosibirsk und dem Baikalsee.
Natürlich standen die Begegnungen zwischen den Menschen so unterschiedlicher Kulturen im Vordergrund der zehntägigen Reise, erzählt Jürgen Rupp, Initiator dieser alemannisch-sibirischen Liaison. Diese ist inzwischen so weit gediehen, das bereits eine wirkliche Ehezustande kam: Olga Burger, geborene Sunsiwa, ist mit einem Biederbacher verheiratet. Sie betätigte sich während der Reise als Dolmetscherin.
Für die vier mitgereisten Pädagogen ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten zu einem Erfahrungsaustausch mit ihren Kollegen an Schulen, der Universität von Abakan und im Bildungsministerium. Beeindruckt waren sie, welchen hohen Stellenwert dort die Bildung hat, trotz verhältnismäßig bescheidener Mittel. Ein promovierter Pädagoge verdient in Chakassien lediglich 80 bis 90 Euro im Monat, während Facharbeiter im nahe gelegenen Lokomotivwerk mit etwa 120 Euro besser entlohnt werden. Arbeitslosigkeit scheint durch das niedrige Lohnniveau in diesem Landstrich nahezu ein Fremdwort, berichtete Rupp. Die Menschen arbeiten überwiegend in einem Eisenbahnreparaturwerk: Die Lokomotiven werden bei der Transsibirischen Eisenbahn eingesetzt. Auch ein Marmorwerk bietet Arbeitsplätze. Der Marmor aus Abakan gilt als härtester der Welt und soll die Qualität des italienischen Cararra-Marmors übertreffen.
Über 1000 Kilometer lang war die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn von Nowosibirsk in südöstlicher Richtung, um nach Abakan zu gelangen. Später blieb zum Ausspannen kaum Zeit. „Es war eher eine Art Konditionstraining für Geist und Körper, erzählt Jürgen Rupp. Der Eindruck: die Menschen im „wilden Osten" müssen den Alltag als Abenteuer bewältigen.
Natürlich gehörten die Besuche in Lenins Wohnhaus, wo er während seiner Verbannung zwischen 1897 und 1900 lebte, oder bei den Sajan-Wasserkraftwerken, einer der größten Staudämme der Welt, zu den Höhepunkten der Reise. Der BZ gegenüber erklärte die elfjährige Katja Kohler aus Freiamt, die mit ihren Eltern an der Reise teilnahm, am meisten hätten sie die grandiose Landschaft und die freundlichen
Menschen beeindruckt. Sie wünscht sich, dass ihre neu gewonnen Freunde aus Sibirien in zwei Jahren zum Gegenbesuch nach Freiamt reisen.

Waldkircher Volkszeitung

Eine Einladung nach Abakan als „einmalige Gelegenheit" für Schüler aus Biederbach
Wird die Reise nach Sibirien Wirklichkeit?
Von unserem Mitarbeiter Bernd Fackler - 9. 3. 1994

BIEDERBACH. Wird die große Reise Wirklichkeit? Schüler aus Biederbach haben eine offizielle Einladung ins 7000 Kilometer entfernte südsibirische Abakan erhalten. Dort werden die Fünftkläßler im Juli erwartet. Ihr Lehrer Jürgen Rupp und einige Eltern beschlossen jetzt, zumindest den ernsthaften Versuch zu unternehmen, diesen mehr als außergewöhnlichen Schüleraustausch zu realisieren.
Für insgesamt 15 Personen gilt die Einladung. Die Eltern aller vorrangig in Frage kommenden Schüler wurden bereits informiert. Das sind zunächst diejenigen, die Brieffreundschaften mit ihren Bekannten in Sibirien haben oder im Vorjahr ihre neuen Freunde aus der zu Rußland gehörenden Republik Chakassien, deren Hauptstadt Abakan ist, für zwei Wochen bei sich aufgenommen hatten. Finden sich in diesem Kreis nicht genügend Interessenten, können auch andere Schüler aus Biederbach an der Reise teilnehmen.
Im März 1993 war nämlich eine Schülergruppe aus Abakan zu Besuch in Biederbach. Als Dank kam die Gegeneinladung. „Die Zeit in Biederbach hat in den Herzen unserer Kinder einen unauslöschlichen Einruck hinterlassen", heißt es im Schreiben der Direktorin des Abakaner „Gymnasiums Nr. 1 an ihren Biederbacher Kollegen Rudolf Fütterer. „Russische Schüler durften den Unterricht in Ihrer Schule besuchen und viel Neues aus dem Leben und dem Alltag der Deutschen erfahren. Das Wertvollste aber, was für immer im Gedächtnis bleiben wird, ist die Aufrichtigkeit, Wärme und Herzensgüte, die in Ihrer Schule und in den Gastgeberfamilien den Kindern entgegengebracht wurden." Die Hoffnung wird ausgesprochen, „dass die Freundschaft zwischen Abakan und Biederbach weiter gepflegt wird", und „von ganzem Herzen werden von uns Schüler und Begleiter zu einem Gegenbesuch nach Abakan eingeladen." Dieser könnte in den Schulsommerferien im Juli stattfinden und würde etwa zehn Tage dauern. Als „einmalige Gelegenheit" wird diese Einladung nicht nur von Jürgen Rupp und den bei der Vorbesprechung anwesenden Eltern und Schülern betrachtet, denn wer hat schon die Gelegenheit, an einem Schüleraustausch nach Sibirien teilzunehmen? „Wenn wir nicht gehen, besteht die Gefahr, daß der Kontakt einschläft", hieß es außerdem. Das höchste Hindernis könnten die Kosten werden. Denn während für den Aufenthalt in Abakan selbst wohl kaum Geld benötigt wird, zumal die Kinder ebenfalls in den Familien ihrer Brieffreunde wohnen sollen, ist mit Flugkosten " zwischen 1000 und 1500 Mark" pro Person zu rechnen, so Jürgen Rupp. Wenn auch manche „normalere" Schülerreise, nach London oder Rom etwa, insgesamt auch nicht billiger kommt, ist die Summe für manchen Interessenten sicherlich recht „happig." Da es sich vorrangig um eine Freundschaft der Schulen handelt und nicht darum, einen „exotischen" Klassenausflug zu finanzieren, hat Biederbachs Bürgermeister Hansjörg Thoma dem Anliegen bereits Unterstützung signalisiert. Außerdem wurde bei der Volksbank Waldkirch ein Spendenkonto „Schüleraustausch Biederbach-Abakan" eingerichtet.
Und Professor Wolfgang Wülkeil aus Freiburg, Mitglied des Vereins „Hilfe für Tuwa und Chakassien" - durch diesen sind 1991 die ersten Briefkontakte der Biederbacher Schüler entstanden - wird am Freitag, 18. März, in der Schwarzwaldhalle Dias über Abakan zeigen: „Sibirien selbst erlebt". Politische oder Sicherheitsbedenken hinsichtlich der geplanten Reise hat Wülker aus eigener Erfahrung überhaupt nicht. Und die Freunde in Abakan, das wird in einem weiteren Brief deutlich, rechnen schon fast sicher mit dem Besuch aus Biederbach:„Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren", heißt es darin, „wir beraten schon über das Programm", und, „im Rundfunk gab es eine Sondersendung über unsere Kontakte mit Biederbach." Also dann: Auf nach Sibirien!